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1. Teil

Altfrid + Wacker = RSC

ein Geistlicher von St. Andreas war es, der im Jahre 1924 der Gemeinde das Fußballspielen lehrte. Zusammen mit einigen sportbegeisterten Männern holte Kaplan Schwarz Jugendliche und junge Erwachsene von den durch Krieg und Inflation gezeichneten Straßen und gab ihnen so in der Gemeinschaft des Vereinslebens einen Halt in dieser schweren Zeit.

Zunächst noch ohne 'Heimat' begannen die ersten Fußballer der DJK Altfrid Rüttenscheid mit dem Training auf der Mondscheinwiese im Stadtwald oder auf der Schillerwiese. Und bald stellte sich der erste Erfolg ein: Schon im Jahre 1925 gelang den fußballbegeisterten Gemeindemitgliedern der Aufstieg von der C- in die B-Klasse. In kurzer Zeit konnte man die Meistertitel der B- und A-Klasse an seine Fahnen heften und gelangte so in die Gauklasse.

Zwei Jahre vor den Fußball Aktivitäten von Kaplan Schwarz war in St. Ludgerus die DJK Wacker Rüttenscheid gegründet worden. Damals noch Konkurrenz, vereinten sich Anfang der dreißiger Jahre beide Vereine zur DJK Altfrid Rüttenscheid.

Doch zunächst zurück in die Zwanziger: Kaum vorstellbar der Idealismus, der damals von den Sportlern aufgebracht wurde: Fehlten doch all jene Hilfen, die die moderne Gesellschaft heute zur Verfügung stellt. Auf dem Sportplatz an der Vittinghofstraße im Schellenberger Wald spielte die DJK Altfrid Rüttenscheid damals und dies bedeutete Sonntag für Sonntag einen Fußmarsch von einer dreiviertel Stunde für die gesamte Mannschaft. In einer Waschschüssel, bereitgestellt von der Gartenwirtschaft Grüter, wusch sich nach dem Spiel die Truppe auch noch der Gegner! Der unaufhaltsame Fortschritt brachte dann in der Wirtschaft Klein später für jeden Spieler eine eigene Schüssel...

Und trotz der sportlichen Erfolge in diesen Jahren sehnten sich die Rüttenscheider Fußballer nach einer eigenen Sportanlage in ihrer Nähe. Anfang der dreißiger Jahre sollte dieser Traum durch den unermüdlichen Einsatz des Pfarrers Hasslacher und des Kaplans Salz von St. Andreas Wahrheit werden: Man entdeckte das Walpurgistal als einen idealen Ort für eine neue Sportanlage, war es doch unweit des Ulmenhofes und der Vereinsgaststätte „ Zur Erholung“ von Wirt Willi Nessel sen. gelegen. Mit Hilfe des Kirchenvorstandes gelang es, das Gelände zu pachten, und sogleich begannen die insgesamt zwei Jahre dauernden Bauarbeiten. Mit dieser durch ABM-Gelder finanzierten Maßnahme gelang es Kaplan Salz, viele junge Menschen von den langen Schlangen vor den Arbeitsämtern jener Zeit wegzuholen und ihnen eine sinnvolle Beschäftigung zu geben. 1932 endlich konnte die Sportanlage feierlich eingeweiht werden. Von nun an hatten beide Rüttenscheider Vereine keine Sportplatzsorgen mehr und es kam zu einer Vereinigung der ehemaligen Konkurrenten, die fortan unter dem Namen DJK Altfrid Rüttenscheid weiterspielten.

 

2. Teil

RSC-Fußballer inhaftiert

Nachdem wir in der letzten Ausgabe über die Gründung des RSC, über Schwierigkeiten und Erfolge der ersten Vereinsjahre und den Sportplatzbau im Walpurgistal berichtet haben, wollen wir diesmal einige dunkle Kapitel der Rüttenscheider Vereinsgeschichte aufschlagen und über die darauf folgende Zeit des Wiederaufbaus berichten.

Nachdem man 1932 den Sportplatz feierlich eingeweiht hatte, wurden schon wenige Jahre später böse Ahnungen Gewißheit: Wie auch viele andere Gruppierungen und Verbände wurde 1934 die "Jugendkraft RSC", der sportliche Teil der Gemeinde St. Andreas, von den Nazis verboten. Doch von diesem Verbot ließen sich die wackeren RSC-Fußballer nicht abschrecken und spielten trotzdem weiter. Die Folge: Nach einem Spiel in Essen-West wurden alle RSC-Spieler verhaftet und in einer "grünen Minna" zum Polizeipräsidium gefahren. Doch sie hatten Glück und konnten kurze Zeit später wieder nach Hause gehen; doch mit dem Fußballspielen war es jetzt vorbei.

Erst 14 Jahre später, im Dezember 1948 wurde von Willi Klein, Kaplan Saurbier , Walther Thälker und vielen anderen. die DJK Rüttenscheider SC wiedergegründet. Der neue Anfang war schwer: Der Sportplatz war, wie fast ganz Rüttenscheid, zerstört. In mit Wasser gefüllten Bombentrichtern tummelten sich Kaulquappen, in Behelfsheimen auf dem Sportplatz hatten sich Ausgebombte angesiedelt, Schafe weideten im üppig wuchernden Unkraut. Doch mit gemeinsamen Kräften wurde auch diese schwere Zeit bewältigt. Die dem Verein zustehende Wiedergutmachung wurde in den Bau eines neuen Kruchturmes von St. Andreas investiert, aus Eisenträgern, Hohlbausteinen und anderen Baumaterialien der niederliegenden Kirche bauten sich die RSC-Fußballer hinter der Vereinsgaststätte "Nessel" ein Umkleidegebäude. Bald danach wurde auch der Sportplatz in Ordnung gebracht. Die ersten Spiele wurden, mangels Trikots in Unterhemden absolviert. Als man bei einem Spiel ganz ohne Materialien dastand stiftete der 1. Vorsitzende Walter

Thälker den ersten Trikotsatz der neuen Mannschaft.

Zuerst wurde immer verloren, doch schon bald ging es aufwärts. Der Aufbau einer starken Jugendabteilung schaffte die Grundlage für die ersten Erfolge. Anfang der sechziger Jahre schaffte man den Aufstieg in die Ruhrbezirksliga, 1965 gewannen die RSC-Fußballer die Bronzemedaille bei dem DJK-Bundessportfest. Ende der 60ger Jahre ließen die Erfolge der Seniorenmannschaften nach, Aushängeschild der Fußballabteilung wurde nun die Jugend: 1966 wurde die A-Jugend Diözesanmeister, ein Jahr später Kreismeister. Danach begann der Aufstieg einer Jugendmannschaft, die kurze Zeit vorher noch jedes Spiel verloren hatte...

 

3. Teil

RSC-SPORTLER WELTKLASSE!

SPORT + KIRCHE IN DEN 70ern + 80er JAHRE

Nachdem die Seniorenfußballer Mitte der siebziger einen Tiefpunkt ihrer sportlichen Karriere durchmachten und auch der Kader der Tischtennisabteilung nicht mehr an die Erfolge der letzten Jahre anknüpfen konnte machten die Freunde der modernen Form des koreanischen Karate unter Cheftrainer G. Gatzweiler von sich reden: Erfolge nicht nur auf deutscher, europäischer sondern sogar auf Weltebene können sie sich inzwischen auf ihre Fahnen schreiben.

1974, im Jahre des 50-jährigen Vereinsjubiläums spielte die 1. Seniorenmannschaft der RSC Fußballer nur noch im unteren Tabellendrittel der Kreisliga A; gerade noch konnte der Abstieg verhindert werden.

Erfolgreicher allerdings war in dieser Zeit der Nachwuchs : 1968 begannen K. Spiel, H. Büser und A. Langenbach mit dem Aufbau einer Fußballjugendabteilung; verloren die Kinder anfangs noch jedes Spiel, so war es um so erstaunlicher, daß dieselbe Mannschaft in der D-Jugend einige Jahre später zweimal hintereinander Ruhrbezirksmeister wurde . Und die Erfolge dieser Abteilung gingen weiter: Schon bald waren aus den "21~2" Mannschaften der Anfangszeit 8 Mannschaften geworden.

Heute spielen alle Teams von der D bis zur A Jugend in der Leistungsklasse, zeitweise waren sogar die A-, B- und C-Jugend in der Niederrheinliga vertreten. In der vergangenen Saison wurde die E- Jugend Stadtmeister, die A-Jugend DJK Pokalsieger. Die F-Jugend konnte den im vergangenen Jahr errungenen Meistertitel erneut verteidigen.

Beflügelt durch diese Erfolge schaffte auch die Seniorenabteilung wieder den Aufstieg in die Ruhrbezirksliga; allerdings währte die Freude um diesen Erfolg nicht sehr lange, schon wenig später mußte man wieder eine Klasse tiefer antreten und steht nun mit neuem Trainer und Nachwuchs aus der eigenen Jugend vor einem Neuaufbau.

Auch die Tischtennisabteilung schaffte es mit einem solchen Neuaufbau wieder auf den Weg des Erfolges zu kommen und spielt in dieser Saison um den Aufstieg zur Landesliga.

Aber Aushängeschild des RSC ist seit 1971 die Taekwondoabteilung. Neben einigen Europameistertiteln (1976,1988/89) und einem Weltmeistertitel (1979) der RSC Kämpfer(innen) sicherte sich Markus Woznicki 1988 in Seoul die olympische Bronzemedaille und wurde 1989 zum DJK Sportler des Jahres gewählt.

Doch während dieser vielen sportlichen Aktivitäten der siebziger und achtziger Jahre litt die Beziehung zwischen Gemeinde und ihrem sportlichen Teil, der DJK. Ob dies nun am Verein, der Kirche oder der allgemeinen Weltanschauung in dieser Zeit lag läßt sich heute schwer sagen; man hatte sich einfach auseinander gelebt.

Erst unter einer neuen Vereinsführung und mit Beginn der Tätigkeit von Kaplan Plitt in St. Andreas Mitte der achtziger änderte sich dieses Bild gewaltig: Inzwischen herrscht wieder eine tolle Atmosphäre zwischen Verein und Gemeinde viele Aktionen werden wieder (!) gemeinsam bestritten.

Kaplan Plitt, dem dies zum Großteil mit zu verdanken ist hat uns zwar inzwischen verlassen, doch hat man einen sehr sportlichen Nachfolger gefunden, wie jüngst der Fastenlauf zeigte. Demnächst werde ich sicher den Christoph Schmidt fragen ob er Fußballspielen kann; lange ist es her, dass ein Kaplan beim RSC vor das runde Leder trat....

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